Freia Tiederle, Meine muslimischen Schwestern

Wenn ich den Erzählungen der Familie meines marokkanischen Ehemannes trauen darf, dann muss es sich bei der Oase Figuig um eine Art Vorstufe zum Paradies handeln: Keine Armut, keine Kriminalität. Die Reichen und Wohlhabenden sorgen dafür, dass keine Familie ohne Brot und ohne Dach über dem Kopf bleibt. Fahrräder kann man unbewacht wochenlang stehen lassen, Frauen und Kinder können sich vollkommen frei und ungestört in allen Straßen bewegen, nachts schläft man auf den Dachterrassen, ohne Diebe oder schlimmere Überfälle befürchten zu müssen. Kein Alkohol, kein Haschisch, keine Prostitution. Alle Kinder können schwimmen, weil es unzählige Schwimmbäder gibt, sowohl für die Männer als auch für die Frauen. Kein Stress, keine Eile, dafür Vogelgezwitscher von morgens bis abends, dazu das Plätschern des Wassers aus den Quellen der Oase. Keine Autos, kein Verkehr, nur Fahrräder und Karren, die von munteren Eselchen durch die schattigen, von Palmwedeln überdachten Gassen gezogen werden. Dies alles und vieles andere Wunderbare habe ich bisher von der Oase Figuig gehört, und es ist wohl verständlich, dass ich diese Stadt nun unbedingt selbst kennen lernen will. Ich rechne nach: Am Sonntagmorgen werde ich Figuig sehen – endlich! Auf ihrer Reise in die Oasenstadt Figuig, im südöstlichsten Zipfel der marokkanischen Sahara gelegen, begegnet die Autorin einer Anzahl von Frauen, die ihr von ihren Freuden und Leiden, ihren Erfolgen und Sorgen, aber auch von ihren Sehnsüchten und Träumen berichten. Dieses Buch der Begegnungen bietet einen unvergleichlichen Einblick in die Welt der orientalischen Frau, der in seiner Nähe innerhalb der Literatur des Abendlandes bisher nicht seinesgleichen findet.

 

226 W. SC

Kern Verlag

9783939478072

CHF 24.50

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