Beatrix Däschler, Besinnliche Texte

Zu den Gedichten und Texten, u. a. von Gottfried Keller, Rainer Maria Rilke, Kahlil Gibran, Fitjof Schuon u. a. hat Beatrix R. Däschler stimmungsvolle ausdrucksvolle Bilder gemalt

39 S. HC geb. 24x21 cm.

Leseproben

Einheitlich ist das Weltbild, das wir bauen, -
verschieden unser Blick, mit dem wir schauen.
Wir sehen, dass die Dinge sind, und fliessen –
doch andrerseits: warum sie da sein müssen.
 
Der Blick, um den die Rätselwelt sich schart,
ist mit der Weisheit Einheitsblick gepaart.
 
Aus „Sehweise“                   F. Schuon
 
 
Kundgebung
 
Gott hat sich kundgegeben;
Dies ist der Schöpfung Wert.
Kundgebung ist Entfernung;
der Strahl bleibt unversehrt.
 
Gott hat das Sein getrieben
tief in das Nichts hinein.
Und dennoch steht geschrieben:
Welt kann nicht göttlich sein.
 
Das Herz will heilig werden
und steht vor Gottes Tür.
Ist Paradies auf Erden,
dann ist es hier, ja hier.
 
                          F. Schuon
 
Nicht wir sind der
Mittelpunkt, sondern der 
Schöpfer, der unser
Ursprung ist, unser Ziel
und unser Mittelpunkt
zugleich
                    Unbekannt
 
 
Urmensch
 
Des Daseins Grund: es gibt ein Urbild Mensch,
das unbewegt in Gottes Geiste schwebt –
ganz unberührt von allem, was der Leib,
mit ihm die Seel, im Erdentraum erlebt.
 
Dies ist der Mensch: platonische Idee,
in Gottes Geist und Güte eingeschlossen -
und dann in tausend Wesen umgegossen;
das Leben: Frühlingsblüten, dann der Schnee -
 
ein Alles und ein Nichts. All insofern,
als wir in Gottes Weisheit sind ein Stern;
ein Nichts, sofern wir stehen in der Welt
vor Gott, des Macht der Dinge Sein enthält.
 
Urmensch: nicht bloss ausschliessend ist der Sinn:
Der Einzige ist alles, was ich bin.
Sieh, wie der Dinge Rätsel sich verzweigen –
Das Wort muss sein. Wahrheit durchbricht das Schweigen.

                    F.Schuon

 

Weltall
 
Drei Ausdehnungen hat der Raum, vier Phasen
sind in der Zeit, dies, wenn man sie an sich
betrachten will. Sodann hat Raum auch Mitte,
und Zeit hat Gegenwart, darin das Ich.
Hier, jetzt, ist Gott – unendlich, ewiglich.
 
                            F. Schuon

 

Das Ich
 
Kein Ich könnt hunderttausend Jahre dauern –
Es würd sich fühlen gleichsam hinter Mauern.
Wo ist die Heimat nach der längsten Frist?
Im Paradies, das in Gott selber ist.
 
Man muss verstehn: wer Ich sagt, der sagt Zeit –
Das Selbst allein ist in der Ewigkeit.
Was mag der Stoff sein, den das Schicksal knetet?
Unsterblich ist in uns der Kern, der betet.
                    F. Schuon

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