Ritsch-Ratsch oder die Leiden eines Bahnreisenden (Papierkorbgeschichte)

Energiegeladen stürmt sie morgens um 06.10 Uhr ins Zugabteil. Sie lächelt mich an, setzt sich ohne ein Wort auf den gegenüberliegenden Sitz. Die grüne Reisetasche mit dem aufgebundenen Fahrradhelm legt sie auf den Sitz neben sich. Das Revier ist markiert!

 

Ritsch-Ratsch – die übergrosse Handtasche mit Klettverschluss wird geöffnet. Das zum Vorschein kommende, stichfeste Schokojoghurt ist dem verzückten Gesichtsausdruck nach ein Genuss. Ausschaben des Bechers – kratz-kratz! Öffnen der Tasche – ritsch-ratsch! Die schokoladeüberzogene Reiswaffel wird ihrer Bestimmung zugeführt – knirsch-knirsch!

Die bereitliegende, noch jungfräuliche Gratiszeitung kommt zum Einsatz. Schnelles durchblättern – raschel-raschel! Ein interessanter Artikel wird herausgerissen – ratsch-ratsch!

 

Endlich! Das Blatt wird zur Seite gelegt. Sie lehnt sich zurück, schliesst die Augen. RUHE! Auch ich lehne mich zurück, schliesse die Augen und beginne dösend die Fahrt zu geniessen.

 

Sekunden später: Ritsch-Ratsch, Klettverschluss auf, Handy raus, Blick drauf, Handy weg – Augen schliessen. Zwei Minuten später. Ritsch-Ratsch, Tasche auf, Handy raus, Blick drauf, Handy weg. Augen schliessen…… usw.

 

Bahnreisen – ein erholsames Vergnügen!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0